High Performer wollen geführt werden
Gute Leute wollen nicht mikrogemanagt werden. Von niemandem geführt werden wollen sie aber auch nicht. Über den Druck, Leute einzustellen, die besser sind als man selbst.
High Performer wollen geführt werden. Sie wollen nur von einem High Performer geführt werden.
Was das heißt
Niemand, der gut ist, will einen Chef im Nacken haben. Da sind sich alle einig. Die andere Hälfte wird gern vergessen: Niemand, der gut ist, will von jemandem geführt werden, der langsamer ist als er selbst. Das merken die Leute. Immer.
Damit liegt der Druck da, wo er hingehört. Wer gute Leute einstellt, muss selbst gut werden. Es gibt keinen Weg drumherum. Nach oben einzustellen ist keine Abkürzung zu einem starken Team, sondern die Verpflichtung, mit einem mitzuhalten.
Wie es schiefgeht
Die Falle ist, vor dieser Herausforderung zurückzuweichen. Auf der Bremse stehen. Die bescheidene Nummer fahren, „ach, ich weiß auch nicht, was meint ihr denn?“, bis sie zum Führungsstil wird. Totale Demut als Methode, nie etwas entscheiden zu müssen.
Das ist keine Bescheidenheit. Das ist ein Vakuum. Und ein Vakuum in einem starken Team bleibt nicht leer. Entweder gehen die Guten, oder sie stellen einen zur Rede, oder jemand anders übernimmt still das Steuer. Die Rolle wird so oder so besetzt. Die Frage ist nur, ob man sie selbst besetzt hat.
Was sie wirklich wollen
Jemanden mit der Hand am Lenkrad und dem Fuß auf dem Gas. Jemanden, der dafür sorgt, dass alle in dieselbe Richtung schauen und so schnell wie möglich dorthin kommen. Keinen Chef, der ihnen sagt, wie sie ihre Arbeit machen sollen. Jemanden, der sagt, wohin die Arbeit führt.
Das gilt für jede Gruppe, die zusammen etwas baut, bezahlt oder nicht. Was die Leute von demjenigen brauchen, der es angefangen hat, ist eine Richtung. Keine Erlaubnis für jeden Schritt, keine Abstimmung über jedes Detail. Eine Richtung, und die Bereitschaft, „da lang“ zu sagen und manchmal falsch zu liegen.
In dem Moment, in dem sich diese Person auf „ich weiß nicht, was meint ihr?“ zurückzieht, bleibt die Sache stehen. Nicht, weil die Leute schlecht sind. Weil niemand das Lenkrad hält.